Freitag, 31. Juli 2015

Externsteine

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EXTERNSTEINE und BODENBERG-SYSTEM

Die mögliche Bedeutung der Externsteine 
bei der Untersuchung des Bodenberg-Systems.

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Aus Kurt Derungs Buch   Der Kult der drei heiligen Frauen
Einleitung, p.: 14:
"Auf die hier veröffentlichten Beiträge können sich nun weitere Untersuchungen zu den Drei Bethen und den Schicksalsfrauen stützen. Denn "Der Kult der drei heiligen Frauen" samt den Literaturhinweisen soll vor allem Grundlage sein - für Erzählerinnen und Erzähler genauso wie für Forschende und Kultplatz-Suchende. Dazu ist es ein kleines Geschenk an alle, die den seidenen Faden des Glücks und des Schicksals wieder aufnehmen möchten".
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     Ähnliche Überlegungen brachten mich dazu, die geometrischen Zusammenhänge zwischen den Bodenbergen aufzuzeigen.
(geo = Erde, Land;      metria = Messung, Erfassung).

Also bedeutet Geometrie in diesem Fall Erdmessung, Landerfassung,
 sich mit dem Land vertraut zu machen.
     
Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich nun mit geometrischen Zusammenhängen zwischen Orten,
die möglicherweise durch Namen oder Funktion eine Zusammengehörigkeit erkennen lassen.

     
So fand ich z. B., daß die Auberge im Zusammenhang zum Ötscher stehen.
Die Frühen Frauenklöster und die Maria Schnee-Kirchen in Österreich gehören geometrisch  jeweils offenbar auch zusammen. Ebenso scheinen die Kollmitz-Plätze und der Ötscher  Punkte in einer gemeinsamen Geometrie zu sein.

Die Bodenberge

   Was sind denn Bodenberge? Dem Namen Boden- ordnete ich den Bethen zu.
Doch mit meiner Namensdeutung sind die wissenschaftlich tätigen Stellen überhaupt nicht einverstanden. Auch die Geometrie  wäre angeblich nicht erkennbar und
rein zufällig. Daher suche ich, jetzt schon seit Jahren, nach einem Schlüssel,
der es ermöglichen würde, diese Bodenberg-Geometrie auch der Wissenschaft zugänglich zu machen.
     Das scheint allerdings kaum möglich zu sein. Von einem Archäologen hörte ich folgende tröstliche Story: Die ausführliche wissenschaftliche Diskussion über archäologisch ergrabene "Figurinen dicker Frauen" ergab als Ergebnis,
dass es sich um Figurinen dicker Frauen handelt. Punkt.
     Trotzdem scheint mir die Geometrie der Bodenberge besonders überzeugend zu sein. Sie ist streng, es gibt mehrere Knotenpunkte, die nicht zufällig sein können und in Österreich sind alle Bodenberge an der Geometrie beteiligt. Sobald die Bedeutung des Wortteils Boden- klar wird wären auch Sinn und Zweck der Geometrie erkennbar.

Nach langer Zeit stellte es sich heraus, dass die Großkreislinie 
Großer Bodenberg (F) über Stift Zwettl zu den Externsteinen führt. 
(Die östlichste Linie). 

Bilder der einzelnen Stationen:
Können die Externsteine weitere Aspekte eröffnen?

     Besinnen wir uns auf die Frage: Woher stammt wohl diese Geometrie? Ich vermute, dass die Entstehung zeitlich weit zurückliegt. Die Letzten aus vorchristlicher Zeit, die sich mit Landschaftsgeometrien beschäftigten, scheinen "die Kelten" gewesen zu sein. Also wäre Boden- keltisch zu deuten. Oder aber der Name ist schon älter, wurde nicht mehr verstanden und daher dem zeitgenössischen Verständnis angepaßt.
     Nach meinen mehrmaligen negativen Erfahrungen mit der Wissenschaft muß ich vorläufig bei meiner ursprünglichen Vermutung bleiben, dass mit "Boden-" die Urmuttergöttin in einem ihrer vielen Aspekte gemeint ist. Deshalb der einleitende Hinweis auf das Buch von Kurt Derungs. Auf Seite 68 findet man in der Erzählung von den drei Willeweis: "Wo sie wohnen, nennt man es auch die Bodenalm".
Das ist doch ein Pen­dant zu Bodenberg und Bödenalm, wie sie in der Bodenberg-Geometrie auftauchen.

     Zum wahrscheinlichen Namenswechsel auf Bubenberg könnte ich mir zwei Möglichkeiten vorstellen:
    Entweder wollte man die Bedeutung der Plätze verunglimpfen, verspotten oder verteufeln ("Bube" war ja öfters negativ besetzt), oder die Namen sollten an die vielen anderen ortsüblichen Buben-Orte angepasst werden, um nicht besonders aufzufallen. Die Buben-Orte (Buben- -au, -dorf, -heim, -hausen, -hof, -öd, -reuth, -mühle, u. ä.) dürften sich hauptsächlich auf die Personennamen Bubo oder Bodo beziehen und keine kultische Bedeutung haben.
     Um sie der Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu entziehen wurden ja auch viele andere Kultplätze entweder zerstört oder verharmlost, wenn eine Christianisierung nicht gelang.

     Bei der Bodenberg-Geometrie entstanden drei christliche Zentren.  Sie liegen alle auf der selben Großkreislinie.  Zwei konnten sich voll entwickeln, nämlich Stift Heiligenkreuz am Fuße des Großen Bodenberges und Stift Zwettl, an der Stelle des alten Ausstrahlungszentrums am Kamp-Fluß. Dabei finde ich bemerkenswert, dass sich mit der Mutter Maria eine äußerst vergeistigte Erscheinung der früheren, mythischen Gestalt herausgebildet hat, also eine positive Entwicklung stattfand.
     Die Christianisierung der Externsteine dürfte in einer Anfangsphase steckengeblieben sein:
Um 1100 kauften Paderborner Mönche des Klosters Abdinghof die Externsteine. Auch das Datum der Inschrift in der dortigen Heiligenkreuz-Kapelle:
ANNO.AB.INC(ARNATIONE).D(OMI)NI . M.C.XV. IIII. KAL(ENDAS) [....] / DEDIC(A)TVM EST HOC AL[TARE A VENERABILI] / HEINRICO [EPISCOPO],
ob gefälscht oder nicht, weist auf jene Zeitperiode hin, in der die Marienverehrung auch in Österreich durch die Zisterzienser belebt wurde.  Dem mutmaßlichen Fälscher mußte doch das Datum wichtig gewesen sein, sonst hätte er garnicht fälschen müssen. Nach diesem Zeitpunkt ist mir über die spirituelle Bedeutung der Externsteine nichts bekannt.
Diese drei Zentren liegen auf der Linie vom Großen Bodenberg (F) zu den Externsteinen.

     Möglicherweise könnte auch Disibodenberg als viertes verchristliches Zentrum zum Bodenberg-System gehören. Es befand sich schon in vorrömischer Zeit ein keltisches Heiligtum an diesem Ort. Doch wegen der großen Entfernungen und der daraus folgenden weiten geometrischen Streuung muß dieser Fall eigens, für sich gesondert, bearbeitet werden.

Hypothese:
     Meine Vermutung, man könnte es auch hochtrabend "Hypothese" nennen:
Es gibt aus vorgeschichtlicher Zeit  ein Netz geometrisch festgelegter Punkte, die wahrscheinlich durch kultische Verwendung vor Zerstörung gesichert wurden. Sie dürften zur Keltenzeit noch bekannt gewesen sein. In der christlichen Ära wurden manche von ihnen verchristlicht. Zur Zeit der Zisterzienser (Hochblüte der Marienfrömmigkeit) war diese Umformung besonders intensiv. Die Zisterzienser sind im 11. Jahrhundert aus einer Reformbewegung der Benediktiner hervorgegangen. Das Mutterkloster Citeaux entstand 1098.

     Als Beispiel könnte die oben erwähnte Linie Heiligenkreuz (1133) (Großer Bodenberg) - Seebodenberg  - Stift Zwettl (1138) - Boderberg - zu den Externsteinen dienen. Sie ist wahrscheinlich eine Sonnwendlinie. SU   (Wie auch die parallele Linie Sonntagberg - Orthberg). Landkartenskizze   

     Heiligenkreuz u. Zwettl sind  Zisterzienserklöster. Diese wurden alle Maria, der Königin des Himmels und der Erde, geweiht. Die Marienverehrung im Zisterzienser-Orden war sehr eng mit der Marienliebe des Gründers, des Heiligen Bernhard von Clairvaux, welcher „Ritter Mariens“ genannt wurde, verbunden. Sie scheint auch bei der Bevölkerung Anklang gefunden zu haben. Ist die Weihe-Inschrift 1115 in der Externstein-Grotte ein Hinweis, dass auch hierorts die Marienverehrung platzgreifen wollte??
      Woher stammt wohl diese Geomertrie? (siehe auch oben). Ich vermute dass die Entstehung zeitlich weit zurückliegt. Die Letzten aus vorchristlicher Zeit, die sich mit Landschaftsgeometrien beschäftigten, scheinen die Kelten gewesen zu sein. Also wäre Boden- keltisch zu deuten. Oder aber der Name ist schon älter, wurde nicht mehr verstanden und wurde daher dem zeitgemäßen Verständnis angepaßt.
     Nach meinen mehrmaligen negativen Erfahrungen mit der wissenschaftlichen Namensdeutung bleibe ich jedenfalls vorläufig bei meiner ursprünglichen Vermutung, dass mit "Boden-" die Urmuttergöttin in einem ihrer vielen Aspekte gemeint ist, also eine weibliche Qualität. Vielleicht war der Übergang zum Marienkult dadurch besonders leicht.
Franz Anton Paßmann meint hingegen,
dass BOD in der Gegend um Köln und Bonn der Name des keltischen Sonnengottes war.


Externsteine: 
.
Ein sehr schönes Bild. Blick wahrscheinlich von NO, also Sonnenaufgang:

Fakten, die auf die Bedeutung auch der Linie hinweisen könnten: 


1.) Name 

Der Name "Externsteine" wird von Herman Wirth als "Mutterstein" oder "Mütterstein" gedeutet, was zu meiner Deutung der Bodenberge als "Bethenberg" sinngemäß passen würde. 
Zu meinem Bedauern fand ich in der Wikipedia, dass Wirths historische und ethnographische Thesen  aber von der wissenschaftlichen Fachwelt einhellig abgelehnt wurden und noch immer abgelehnt werden.  So suchte ich nach Ergebnissen anerkannter Wissenschaftler.
Leider entdeckte ich, mit Ausnahme von zwei astronomischen Untersuchungen, nur Spuren von Laien, die sich des vernachlässigten Themas angenommen hatten. 
(Wirth führte den Namen auf die Bevölkerung dieser Gegend vor dem Eindringen der Sachsen ab dem 3. Jhdt n. Chr. zurück, auf das Wort acca (akka), das seiner Meinung nach in der jüngeren Steinzeit die Urmutter, bei den ackerbauenden Menschen die Erdenmutter bezeichnete. In der Dreifalt wären das die Drei Mütter, die akka's, die für das Vergangene, das Werdende und das Werden Sollende stehen, wie das auch die Drei Bethen tun. 
Wirth: [Später] "werden die »drei Frauen» von der Kirche mit ihren alten Amtsnamen als 
St. Einbede, St. Warbede und St. Wil(l)bede in den Heiligenstand erhoben.")


2.) Horizont-Astronomie  Sonnwendlinie?

     Die Großkreislinie Heiligenkreuz (1133) (Großer Bodenberg) - Stift Zwettl (1138) führt zu den Externsteinen. Sie könnte eine Sonnwendlinie sein. SU SSW (Startet mit ca. 313,5° beim Großen Bodenberg und kommt bei den Externsteinen mit ca. 307° an).


Felsen zwei birgt die Höhenkammer, auch „Sazellum
oder „obere Kapelle“ genannt. Leider fehlen die Decke und die Südostwand.
Sind sie abgestürzt oder wurden sie absichtlich entfernt? 
W. Teudt 1926 :
Nordwestwand "Fenster":
     „Wer das auf der Nordwestwand befindliche […] sog. Fenster betrachtet, dem muß die Harmlosigkeit Kopfschütteln erregen, mit der einige Beschreiber der Externsteine diesen Durchbruch durch einen 215 cm mächtigen Felsen zu motivieren versuchen, angesichts einer Freilichtkapelle, die schon an einem Übermaß von Licht litt. Einer derselben erwähnt, daß es die Aussicht auf den Gipfel des ersten Felsen gestatte. Er hätte besser auf den Sonnenuntergang hingewiesen, aber das paßte ja nicht zu der christlichen Kapelle. Mit dieser Bemerkung soll jedoch keineswegs eine Erklärung dieser rätselhaften Öffnung versucht werden; …“

Burkard Steinrücken
Nordwestwand Fenster. (p. 28, Abb. 24)
   Je nach Standort im Sazellum bietet es Ausblick über einen größeren Azimutbereich von etwa 285° bis 340°.
     Der Blick entlang der Mittelachse durch das Fenster führt zur Aussichtsplattform auf dem Felsen 1 und auf den Horizont im Azimutbereich zwischen 310° und 320°. Der benachbarte Bärenstein überragt den Horizont merklich, so dass der beobachtbare Sonnenuntergang am Tag der Sommersonnenwende nicht am mathematischen Horizont in der Höhe 0° erfolgt, sondern etwas weiter links hinter dem Bärenstein bei einem Azimut von 304° (Abb. 25), also weit außerhalb der Mittelachse des Fensters. SU SSW.  (Vergleich: Die von Stift Heiligenkreuz ankommende Linie hat 307° ),

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Nordostwand Rund-Fenster.
   Rundfenster NO: SA SSW   Burkard Steinrücken (Bild: p. 4, Abb. 1 u. 2)
Man vermutet, dass diese Öffnung zur Beobachtung des Sonnenaufganges zur Sommer-Sonnwende geschaffen wurde. An der Außenseite finden sich Bearbeitungsspuren von Steinwerkzeugen.
Burkard Steinrücken in: Die Archäoastronomie des Rundfensters im Externstein-Sazellum...
... (p. 16): ..... Man kann nur sagen, dass die Übereinstimmung in der Tat bemerkenswert ist und eine archäoastronomische Interpretation (absichtliche Ausrichtung des Rundlochs auf die Sommersonnenwende!) möglich, sinnvoll und sogar naheliegend ist.
Rundfenster NO, anderes Bild:

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Tyr-Rune in der Nebengrotte weist auch auf den Sonnenuntergang.

Wilhelm Teudt: Man fand zwei Runen, waagrecht verbunden. (2xMistgabel Zinken nach unten), oben verbunden (Armpaar). Nach oben oder unten gerichtetes Armpaar symbolisiert aufsteigende bzw. absteigende Sonne (nach Wirth). Eine andere Deutung: Zweischläfriger Galgen (Es soll hier ein Gefängnis gewesen sein).
    Nacheinander wurden zwei Hälften einer Doppelrune aufgedeckt. Das nunmehr vollständig sichtbare Zeichen wurde von Teudt und seinen Nachfolgern als „Binderune“ oder „Julsymbol“ (Herman Wirth 1933) gedeutet. Abbildung: (p. 8 u. 9) 

Andere haben es anhand vergleichbarer Inschriften auf Richtschwertern als frühneuzeitliche Darstellung eines Galgens identifiziert (Kurt Tackenberg 1933, Alois Fuchs 1934, Friedrich Focke 1943) und damit in Zusammenhang gebracht, dass der Raum in der frühen Neuzeit als Gefängnis der Stadt Horn genutzt wurde. Letzteres ist die heute wissenschaftlich akzeptierte Meinung.

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3.) Zeitstellung

5700 - 4100 v. Chr.
     Im Ort Schlangen beim Gut Dedinghausen, 9,5 km von den Externsteinen entfernt, wurde von einem Schüler ein Steinbeil gefunden, das  dem Kulturkreis der Linearbandkeramik (Donaukreis), der ältesten bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit mit permanenten Siedlungen in ganz Mitteleuropa (Ergebnis der Neolithisierung)   zuzuordnen ist.

Keltische Höhenfestungen entlang des gesamten Teutoburger Waldes sind bekannt, woraus geschlossen werden kann, dass die Kelten von den Externsteinen wussten.

9 n.Chr.: Varusschlacht im Teutoburger Wald.

Um 750 n. Chr. machten Menschen in der Höhle der Externsteine Feuer.

814 waren Benediktinermönche aus dem Kloster Corbie bei Paris in die Gegend der Externsteine gekommen. Sie hatten bei einem Abschwörhof (Abdinghof) ein Kloster „Hetis“ gebaut. 822 zogen sie weiter an die Weser und gründeten dort das berühmte Kloster Corvey.
um 1100:    Paderborner Mönche des Klosters Abdinghof kaufen  die Externsteine bei Horn.


Kreuzabnahme Relief 
Externsteine: Relief und Grundriß 
     Goethe  vermutete den Ursprung dieses Reliefs in der karolingischen Zeit, also im  8. bis 9. Jahrhundert.   Das Kreuzabnahme-Relief am Felsen 1 der Externsteine zeigt auch den gebeugten Weltenbaum, wohl ein Zeichen, daß man von der vorchristlichen Religion noch wußte.
Irminsul    
Diesem Schluß entsprechen die Zeugnisse, die z. B. Jakob Grimm über die Fortdauer und Bedeutung des Namens Irminsul anführt. “Sie ist auch im 12. Jahrhunder noch unerloschen”, schrieb er, und wenn er dazu weiter berichtet, “in Hochdeutschland verband man, vom achten bis zum dreizehnten Jh. mit irmensul, irminsul die allgemeine Vorstellung eines heidnischen, auf einer Säule errichteten Bildes”, so ist ein Nachleben von Wort und Sinn über ein halbes Jahrtausend hinweg bezeugt.
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Meinung von Hermann Wirth im Externstein-Führer:
     Ein dem Kreuzgott von Gosforth ähnliches vorchristliches Bild-
werk muß sich einst am Großen Externstein befunden haben, das
vor der Herstellung des jetzigen Kreuzabnahme-Reliefs entfernt
wurde. Daß etwas an dieser Stelle entfernt wurde, zeigt die weit
vorspringende Felsüberdachung über der tiefer angelegten Kreuz-
abnahme. Und gerade dieser stehengelassene Felsvorsprung bringt
uns auf die Fährte eines weiteren Felsbildes, das zeitlich zwi-
schen dem alten Bildwerk des am Baum hängenden "Kreuzgottes"
der Megalithreligion und der christlichen Kreuzabnahme anzuset-
zen ist. Oben auf dieser Felsüberdachung sind nämlich zwei sich
mit dem Rachen zugewandte Drachen dargestellt, jeweils mit der
Tatze unter dem Kopf (Abb. 16). Dies aber ist ein charakteristi-
sches Motiv der schottischen Kreuzgrabsteine, des iro-schotti-
schen Frühchristentums.    Das Motiv dieser beiden sich zugewandten
Schlangen-Drachen als Versinnbildlichung der beiden
Jahreshälften Q^) , des steigenden und sinkenden Lichtes und Lebens
gehört - wie erwähnt - bereits der Großsteingräber-Religion an.
Noch die schwedischen Runengrabsteine der zweiten Hälfte des
1. Jahrtausends n.Ztr. zeigen diese beiden "Lintwürmer"
( linnr-ormr d.i. "Schlange-Wurm"), deren Leiber als flaches Band
( lint ) , als "Bandwürmer" gestaltet werden und die Runeninschrift
tragen. Sie bringen das Kind in der Vordertatze (Stein von Grynstra
Backa, Thiundaland, Uppland). Oder unten, zwischen ihren Köpfen
wächst aus dem "Herzen" (Haupt) der Erden-Mutter der Lebensbaum,
der Geschlechterbaum ( aettaraskr ) , der "Kinderbaum" ( barnstokkr ) ,
mit den kleinen Kindern auf den Ästen, empor, - der alemanni-
sche Kindlibaum (Runengrabstein von Ärsunda, Gestrikeland) . Die
Köpfe dieser "Lintwürmer" befinden sich unten (= Süden) in der
"Mutterhimmelsrichtung" (modhuraett) des Steines. Während auf
den schottischen Grabsteinen die Köpfe dieser beiden Grabschlan-
gen, Jahresschlangen, am oberen Ende des Steines, einander zuge-
wandt, angebracht sind.

Warum wurden vor allem die Beine, die auf dem gebeugten Weltenbaum standen, abgeschlagen?

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1115:   die  Weih-Inschrift
.
     Im Felsen 1 liegt auch die Heiligenkreuz-Kapelle (auch Adamskapelle?) mit der Weiheinschrift  1115 (MCXV)vom Paderborner Bischof Heinrich II. geweiht . (Morimond, 1115 gegründet, liegt auf der gleichen geographischen Breite wie Heiligenkreuz. Citeaux gleiche Breite wie Rein).
ANNO.AB.INC(ARNATIONE).D(OMI)NI . M.C.XV. IIII. KAL(ENDAS) [....] / DEDIC(A)TVM EST HOC AL[TARE A VENERABILI] / HEINRICO [EPISCOPO]... . (Punkte in Zeilenmitte. Zwei unziale (runde) N. K verkürzte Arme. Gleichschenkeliges Kreuz über dem A von DEDICATUM.
(„Im Jahre der Menschenwerdung des Herrn 1115 hat der Bischof Heinrich von Paderborn dieses Heiligthum eingeweihet.“) Die Epigraphikerin HELGA GIERSIEPEN (Bonn) konnte klarstellen, dass die Datierung aus paläographischer Sicht unverdächtig ist, auch Inhalt und Ausführung passen zu vergleichbaren Inschriften des frühen 12. Jahrhunderts.

11. -13. Jhdt.: Während der Kreuzzugszeit soll es  Wallfahrten zum Exterstein
                          gegeben haben. Auch von Wundern wird berichtet.

um 1670 :  Im Ort Schlangen gibt es viel Gerede von Hexerei und Zauberei.

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Bitte beachte auch:



http://grosskreislinien-orthodrome.blogspot.co.at/

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